Tage Alter Musik Regensburg 2025 49 sigkeit agierende Chor setzte dabei durchaus eigene Akzente: Zum einen stehen den herausragend klaren hohen und tiefen Außenstimmen in Alt und Tenor etwas markantere, minimal angeraute Stimmtypen entgegen. Dies verleiht der polyphonen Struktur eine Tiefenschärfe und Kontur, welche die sprichwörtlich gewordene Satztechnik bei aller Ebenmäßigkeit sehr gut vertragen kann. Zum anderen artikulierte der Chor die Motette „Viri Galilaei“ überraschend zupackend und kontrastreich, was in einige Passagen der nach der Motette geformten Missa fortwirkte. Ähnlich überragend geriet das Porträt der bemerkenswerten Barbara Strozzi. Dass die thematische Einteilung der Madrigale, Arien und Duette in fünf Akte etwas gewollt wirkte und kaum mit den vertonten Texten zusammenpasste, war vergessen, sobald man an den Lippen von Dorothee Mields und Hana Blažiková hing. Die Finesse und Hingabe, mit der die beiden Sopranistinnen sich in Strozzis wohliges Affektgewitter stürzten, war hinreißend, die Begleitung durch das Hathor Consort exquisit. In die Madrigalwelt Luzzasco Luzzaschis, genauer gesagt in seine 1601 veröffentlichte Sammlung für ein bis drei Sopranstimmen mit ausnotierter Begleitung, führte das Ensemble La Néréide. Camille Allérat, Julie Roset und Ana Vieira Leite übernahmen dabei die Vokalparts jenes legendären „Concerto delle Donne“, das Ende des 16. Jahrhunderts in Privatkonzerten den Herzogshof von Ferrara entzückte. Trotz der Überakustik der Minoritenkirche durfte man sich dank des guten Gesangs und der feinen Instrumentalanteile ein gutes Stück weit in die Intimität dieser Musik hineingezogen fühlen. Leichtgewichtiger und launiger geht es in den etwa zur selben Zeit in Spanien entstandenen „Ensaladas“ vonMateo Flecha zu. Das Ensemble Cantoriá servierte die munter Weltliches und Geistliches, Latein und Spanisch zusammenwerfenden „Salate“ mit Spielfreude und Witz. Gleiches gilt für die Tanzmusik des 13. bis 16. Jahrhunderts, mit der uns die famos auf Blockflöten, Pommern, Busine und Zugtrompete aufspielenden Musiker von Into the Winds beglückten. Ein paar Gesangseinlagen mehr – der mitreißend rhythmisierende Laurent Simon tat sich einmal hervor – wären durchaus willkommen gewesen. Dass der Zerbster Hofkomponist Johann Friedrich Fasch nicht vor Telemann und Bach versteckt werden muss, zeigte Musica Gloria aus Belgien. Die erfreulicherweise aus einem Jugendensemble hervorgegangene Formation präsentierte seine durchaus eigensinnigen Ouvertüren, Sonaten und Konzerte in prägnanter Kammerbesetzung, darunter ein aberwitziges Fagottkonzert, bei dem ein dezentes Aus-der-Kurve-getragenwerden fast schon einkomponiert zu sein schien. Aberwitzig und dabei schwindelerregend perfekt war das, was Augustin Lusson in zwei Violinkonzerten Jean-Marie Leclairs solistisch ablieferte (Opus 7, Nr. 1 und 2). Zusammen mit seinem Beggar’s Ensemble brachte er diese und weitere französische Kabinettstücke (Rameau, Royer, Boismortier) in mitreißender Manier zum Funkeln. Einzig das extreme Anschwellen von Tönen wirkte auf Dauer etwas einförmig. Für das Konzert der Batzdorfer Hofkapelle war die Basilika St. Emmeram ein denkbar authentischer Ort, schließlich liegt die Thurn und Taxis’sche Hofbibliothek, aus der das Repertoire stammte, etwa 50 Meter Luftlinie entfernt auf dem selben Grundstück. Neben Haydns herrlicher „Schulmeister“- Sinfonie und einer Sinfonia von Johann Gottlieb Graun zelebrierten Xenia Löffler, Alfredo Bernardini und Michael Bosch das spektakuläre Konzert für drei Oboen des Taxis-Hofmusikintendanten Theodor von Schacht, das nach der CD-Premiere auch „live“ einen höchst unterhaltsamen Eindruck hinterließ. Alfredo Bernardini war dann auch die treibende Kraft hinter dem umwerfenden Programm rund um „Wahnsinn und Verrücktheit“ in der Musik, das sein groß besetztes Zefiro Barockorchester (Elisa Citterio brillierte als Konzertmeisterin und ViolinDie Madrigalwelt des Luzzasco Luzzaschi: La Néréide Feines von Fasch: Musica Gloria
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