Wie ist die Stimmung? Ich bin einfach restlos begeistert von der Atmosphäre. Dass es kein Hype ist, sondern dass Leute da sind, denen es wirklich um die Musik geht, und das macht es sympathisch. Dieser Festivalcharakter, dass man wirklich von Veranstaltung zu Veranstaltung immer wieder die gleichen Leute sieht, fast wie ein Wandel-Konzert. Was gibt’s zu hören? Wenn man für Renaissance-Musik schwärmt, dann ist das hier einfach das Eldorado.Das macht es ja eigentlich aus, dass man sich auf was einlässt, das einem nicht so bekannt ist. Also, ich weiß gar nicht, toppen sich gegenseitig alle, und machen aber alle so etwas Unterschiedliches. Es hat jedes Konzert seinen eigenen Charme und ich habe auch selber schon öfter Ensembles gehört, die ich noch nicht kannte. Und man kann eigentlich darauf vertrauen, dass alles super ist. Wo trifft man sich nach dem Konzern? Ein schönes Café, schönes Restaurant. Wir genießen das Gesamtkonzept. Was ist sonst noch los? Wir befinden uns hier in der Musikinstrumenten-Ausstellung. Wir selbst sind ein kleiner Orgelbaubetrieb aus der Nähe von Augsburg. Ja, wir sind hier eine große Gemeinschaft. Die Instrumentenbauer sind auch untereinander gut befreundet. Vormittags auch mal ins Museum gehen, zum Beispiel das Haus der Bayerischen Geschichte, da waren wir das letzte Mal. Das kurioseste Instrument Naja, es gibt interessante Lauten-Konstruktionen. Heute habe ich zum ersten Mal diese eckige Rahmentrommel gesehen. Und da habe ich gedacht, das ist irgendwie eine moderne Erfindung. Aber der eine Instrumentenbauer in der Ausstellung hat mir dann erklärt, dass es das schon auf alten mittelalterlichen Darstellungen gibt. Flöte, drei Meter, wo kriegt man so was zu sehen? Keine Ahnung, wie das heißt. Ungefähr zwei Meter lang, bringt nur Töne raus, wenn der Spieler fast reinsingt in das Instrument. Warum gerade hier? Also, ich komme aus Luxemburg. Wir sind extra angereist und ich finde es einfach toll, wenn man in den alten Gassen rumläuft und nach jeder Ecke kommt wieder irgendein prachtvolles, schönes Gebäude. Die Stadt ist quirlig. Also wenn man nach dem Nachtkonzert um Viertel nach zwölf heim geht, dann ist hier immer noch was los. Detlef Krenge: Der Festival-Check von Wolfgang Schicker. In diesem Jahr feiern hier in Regensburg gleich zwei Aushängeschilder der Stadt ein Jubiläum. Ilona HannIng: Nämlich die Tage Alter Musik, da gibt es in diesem Jahr die vierzigste Ausgabe, und die Regensburger Domspatzen haben ihr 1050-jähriges Jubiläum – gratuliere! Und weil auch noch der Komponist Giovanni Pierluigi da Palestrina, ein großer Komponist des sechzehnten Jahrhunderts, in diesem Jahr fünfhundertsten Geburtstag hat, war das traditionelle Konzert der Regensburger Domspatzen bei den Tagen Alter Musik zur Eröffnung diesmal im altehrwürdigen Dom. Dort, wo die Musik Palestrinas ja seit vielen, vielen Jahren von den Domspatzen gesungen wird. Aber sie singen natürlich auch Musik von anderen Komponisten. Aus ihrem Eröffnungskonzert jetzt Musik von Hans Leo Hassler. Musik: Hans Leo Hassler Credo Aus: Missa octo vocum Regensburger Domspatzen La Cetra Basel Leitung: Christian Heiß Detlef Krenge: Das „Credo“ aus einer Messe von Hans Leo Hassler, die Regensburger Domspatzen wurden begleitet vom Ensemble La Cetra Basel. Seit vier Jahren gibt es bei den Tagen Alter Musiker Regensburg immer freitags ein Symposium in Zusammenarbeit mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Regensburg unter der Leitung von Professor Katelijne Schiltz. Da ging es dann natürlich auch um Giovanni Pierluigi da Palestrina, dessen fünfhundertsten Geburtstag wir in diesem Jahr feiern. Ilona, du bist hingegangen, am Freitag. Was für Themen wurden denn dort angesprochen? Ilona HannIng: Ja, Katelijne Schiltz hat dieses Symposium extra für Nicht-Musikwissenschaftler konzipiert. Der Titel lautete „Palestrina zwischen Kirche, Kontrapunkt und Kommerz“. Und man hat natürlich etwas über den Komponisten erfahren, aber auch über die Palestrina-Rezeption im 19. Jahrhundert hier in Regensburg. Da liegen einige Schätze diesbezüglich. Dann hat sich jemand die Mühe gemacht und analysiert, wie CD-Cover mit Musik von Palestrina aussehen und wie sich das im Laufe der Zeit verändert hat, Stichwort Kommerz. Und am Ende haben Katelijne Schiltz und Antonio Chemotti ein Gespräch mit Nigel Short geführt, dem Leiter des Tenebrae Choir, der ja auch in einem der Nachtkonzerte hier aufgetreten ist. Detlef Krenge: Über Palestrina, da ist ja schon viel gesagt und geschrieben worden. Gab es denn überhaupt noch was Neues zu erfahren? Ilona HannIng: Ja, ich fand es ganz spannend, den Vortrag von Professor Antonio Chemotti zu hören. Da ging es nämlich um den Tod Palestrinas. Eine Beerdigung Tage Alter Musik Regensburg 2025 11 Musikbegeisterte Besucher vor der Basilika St. Emmeram
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