Tage Alter Musik – Programmheft 2019

57 T age a LTeR M USIK R egenSBURg Konzert 10 Im Jahr 2005 gründete Leonardo garcía alarcón das ensemble Cappella Mediterranea mit dem Ziel, die Musik Südeuropas zu erkunden und - gestützt auf neueste musikwissenschaftliche entdeckungen und barocke Rhetorik - spannende, in Vergessenheit geratene Musik der Renaissance und des Barock wiederzubeleben. Die dem ensemble eigene Herange- hensweise und die hohe Qualität seiner Interpretation trugen ihm die anerkennung der internationalen Presse ein. Barbara Strozzi, giovanni giorgi, giuseppe Zamponi und Michelangelo Falvetti gewidmete aufnah- men haben Maßstäbe gesetzt. In Zusammenarbeit mit renommierten Sän- gerinnen und Sängern trat die Cappella Mediterranea in der abteikirche ambronay, der Londoner Wigmore Hall und im Théâtre des Champs ely- sées auf. auf einladung der L’académie du Festival aix hat sie 2013 Caval- lis oper „elena“ aufgeführt. Zudemwar das ensemble u. a. mit „II diluvio universale“ im Concertgebouw amsterdam und mit dem Konzertpro- gramm „Le Derniére nuit“ beim Festival de Saint-Denis bei Paris zu hören. Falvettis „nabucco“ führte das ensemble u. a. inamsterdam, an der opéra Royal de Versailles und 2016 bei Klangvokal in Dortmund auf. Das ensem- ble war zuletzt an aufführungen an der neder- landse opera inamsterdam, in genf und an der opéra de Bastille in Paris (im Salle garnier) beteiligt. Die Diskografie der Cappella Mediter- ranea umfasst etwa 20 CD-Veröffentlichungen für die Labels Ricercar, naïve, ambronay und alpha, die z.T. mit Preisen ausgezeichnet wur- den. Die jüngste einspielung mit Motetten, Madrigalen und Chansons von Jacob (Jacques) arcadelt beim Label Ricercar erhielt den „Dia- pason d’or“. Die Cappella Mediterranea wird vom Kulturminis- terium und der Communication-DRAC Auvergne Rhône-Alpes, der Region Auvergne-Rhône-Alpes, der Stadt Genf und einer privaten Stiftung in Genf unterstützt. Die Cappella Mediterranea ist Mit- glied von Fevis (Fédération des Ensembles Vocaux et Instrumentaux Spécialisés) und von Bureau export. Der Chœur de Chambre de namur (Kammer- chor von namur) wurde 1987 gegründet und widmet sich überwiegend der alten Musik. Der Chor arbeitet mit vielen Spezialisten (u. a. Frie- der Bernius, Philippe Herreweghe, Sigiswald Kuijken, Marc Minkowski, Christophe Rousset, Jordi Savall) und mit bekannten ensembles zusammen. Seit 2010 wird er von dem argenti- nischen Dirigenten Leonardo garcía alarcón geleitet, unter dem Konzerte und CD-einspie- lungen von Händels „Judas Maccabaeus“, Vival- dis „Vespro a San Marco“, Falvettis „II diluvio universale“ und „nabucco“ sowie Motetten und Messen von giorgi realisiert wurden. Bedeu- tende auftritte der letzten Jahre waren 2014 Mozarts Requiem beim Festival d’ambronay und in der opéra grand avignon, 2015 „Il dilu- vio universale“ im Concertgebouwamsterdam, „nabucco“ an der opéra Royal de Versailles und das Konzertprogramm „Le Derniére nuit“ beim Festival Saint-Denis bei Paris. Viele CDs des Chores sind mit bedeutenden Preisen aus- gezeichnet worden: grand Prix du disque, Char- les Cros, Diapason d’or, Choc de la Musique oder BBC award. 2016 wirkte der Chor bei Cavallis „eliogabalo“ an der opéra national de Paris mit. Die Saison 2017/2018 war von den Feierlich- keiten zum 30-jährigen Bestehen des Chores geprägt. auf dem Programm standen aufführungen von Monteverdis „L’orfeo“ in einigen europäi- schen großstädten und in Südamerika, im Jahr 2018 Lullys „grands Motets“, Venezianos „Passio del Venerdi Santo“, Jacques arcadelts „Mes- sen und Motetten“ and Händels oratorium „Samson“ mit verschiedenen TV- und CD-Produktionen unter der Leitung von Leonardo garcía alar- cón. In diesem Jahr führt der Chor Händels oratorium „Saul“ in namur und Beaune auf, Rameaus „Les Indes galantes“ an der opéra national de Paris und Lullys oper „Isis“ in Beaune, Versailles und Paris. Der Chor hat ein breitgefächertes Repertoire, das vom Mittelalter bis zu zeitgenössischer Musik reicht. Der Chœur de Chambre de Namur wird von der Fédération Wallonie-Bruxelles (Department: Musik und Tanz), der belgischen Nationallotterie, der Stadt Namur und der Provinz Namur unterstützt. Die argentinische Sopranistin Mariana Flores studierte gesang u. a. an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel. Wichtige erste Stationen ihrer Karriere waren Monteverdis „La Selva Morale“, Cavallis „ercole amante“, Monteverdis „L’orfeo“ beim Festival de Sarrebourg mit dem Clematis ensemble, de la guerres „Cephale et Procris“ im Markgräflichen opernhaus Bay- reuth, Vivaldis „Tito Manlio“ am Rokokotheater Schwetzingen sowie Bontempis „II Paride“ bei den Innsbrucker Festwochen. 2012 sang Flores in Falvettis „nabucco“ unter Leonardo garcía alarcón. Unter ihm trat sie in den Folgejahren vielerorts auf, so beim Festival d’aix-en-Pro- vence, in amsterdam, in ambronay, im Schloss Versailles und bei Klangvokal in Dortmund. 2014 war sie in Cavallis „elena“ beim Festival in aix-en-Provence und 2015 unter Sir John eliot gardiner in „L’orfeo“ von Monteverdi in Versailles und bei den BBC Proms in London zu hören. engagements führen die Sopranistin unter anderem an das Teatro de la Zarzuela nach Madrid, zum Resonanzen-Festival nach Wien und in Cavallis oper „eliogabalo“ an die opéra national de Paris sowie die nederlands opera in amsterdam. Mariana Flores wirkte zudem an zahlreichen CD-aufnahmen mit. David Sagastume wurde 1972 im spanischen Vitoria-gasteiz geboren. er studierte zunächst Violoncello am Konservatorium „Superior de Música Jesús guridi“ in seiner geburtsstadt. Daneben belegte er auch die Fächer Viola da gamba, Kammermusik und Komposition. er war Mitglied des Jugendorchesters euskalleria und des Symphonieorchesters euskadi. Parallel zu seinen instrumentalen aktivitäten begann er eine Karriere als Countertenor. er studierte bei Isabel alvarez, Richard Levitt und Carlos Mena. Sehr bald bekam er engagements bei den ensembles von Jordi Savall und wurde von zahl- reichen internationalen alte-Musik-ensembles verpflichtet wie den Ministriles of Marsias, dem Sevilla Baroque orchestra, demorchestra of the age of the enlightenment, der niederländischen Bachvereinigung und Le Concert français. David Sagastume hat bei zahlreichen CD-Pro- duktionen mitgewirkt. er ist gründungsmitglied des Vokal- und Instru- mentalensembles Intonationes, das sich auf spanische Musik des 16. und 17. Jahrhunderts spezialisiert hat. David Sagastume, Alt Mariana Flores, Sopran Foto: Jean-Baptiste Millot

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