Tage Alter Musik – Almanach 2025

wie hat das damals angefangen, vor 40 Jahren, warum habt Ihr das festival gegründet? stepHan scHMID: Die Aufnahme der Matthäuspassion von Bach unter Harnoncourt 1970 und die Aufnahme der Psalmen Davids von Schütz 1971, bei der ich als Domspatz mitgewirkt habe, hat mein Interesse an der historischen Aufführungspraxis geweckt. Ich war damals 16 bzw. 17 Jahre alt. Von da an sammelte ich alles an Schallplatten mit Alter Musik, was es gab. Wir trafen uns regelmäßig nach den Domämtern, wo wir im Ferienchor der Domspatzen sangen, zum Frühschoppen. Dort tauschten wir uns über die neuen Alte Musik-Aufnahmen aus. Schließlich wollten wir dann, dass dieser Musizierstil, der noch keine große Verbreitung in Deutschland hatte und uns so interessant erschien, eine größere Öffentlichkeit erreicht. luDwIg HartMann: Ergänzend zu Stephan möchte ich noch anmerken, dass die Mitgliedschaft bei den Regensburger Domspatzen bei mir die Begeisterung für die Vokalmusik der Renaissance (Vittoria, Lasso, Palestrina etc.) erweckte. Diese Literatur bildete zu meiner Zeit das Kernrepertoire des Chores. Und natürlich J. S. Bach. Bei nahezu jedem Konzert, das wir sangen, war eine seiner Motetten Bestandteil des Konzertprogramms. Außerdem durfte ich seinerzeit (1970 im legendären Casino Zögernitz in Wien) bei der ersten Schallplattenaufnahme der Matthäuspassion „in authentischer Besetzung mit Originalinstrumenten“, wie es auf dem Plattencover hieß, unter Harnoncourt als Mitglied der Regensburger Domspatzen mitwirken. wie hat es sich entwickelt, was waren für euch die Höhepunkte der 40 Jahre? Es begann 1984 relativ klein, mit 5 Konzerten an drei Tagen, einemWorkshop und einer Instrumentenausstellung. Rückendeckung bekamen wir von der ortsansässigen Zeitung, die für Werbeanzeigen und Drucksachen sorgten. Bereits dieses erste Festival wurde vom Publikum gut angenommen, mit einem erstaunlich hohen Anteil an Besuchern von auswärts, aus ganz Deutschland und den Nachbarländern. Es gab also offensichtlich damals einen Bedarf für eine solche Veranstaltung. Im Laufe der Zeit wurden es immer mehr Konzerte, inzwischen sind es 16 plus Begleitprogramm, und der Zeitraum wurde um einen weiteren Tag, den Pfingstmontag erweitert. Höhepunkte: Europapremiere des Bach Ensembles unter Joshua Rifkin, Akamus gastierte schon 1988, als noch die DDR bestand, 1989 das erste Konzert von Il Giardino Armonico außerhalb Italiens, 1990 Anonymous 4 zum ersten Mal in Europa, im Jahr 2000 Ausdehnung auf 10 Tage mit Einbeziehung neuer Musik, 1999 eine Aufführung der Oper „La liberazione di Ruggiero dall’isola d’Alcina“ von Francesca Caccini unter Gabriel Garrido, 2004 L’ Arpeggiata zu einem sehr frühen Zeitpunkt. wie ist die struktur, wer macht was, und wieviel zeit steckt jeder von euch (ehrenamtlich, zumteil?) in die festivalvorbereitung? Die gesamte Planung: Repertoire, Ensembleauswahl, Konzertorte, Honorare, Verträge, Homepage, Programmheft machen wir. Die Vorbereitung erstreckt sich über ein ganzes Jahr. Wir haben einen Geschäftsführer, Paul Holzgartner (2/3 Teilzeit), der insbesondere für die organisatorischen Abläufe, Hotelunterbringung der Künstler, Präparierung der verschiedenen Konzertorte für die Konzerte, Organisationspläne während des Festivals etc. zuständig ist. wie läuft das mit den festivalhelfern (Deine ehemaligen schüler — oder wie war das?)? Die vielen Mitarbeiter und Helfer während des Festivals kommen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen, ehemalige Schüler, Studenten der Regensburger Universität und Hochschulen, ehemalige Domspatzen, Freunde und Freundinnen, Verwandte und einfach Musikbegeisterte, die sich gerne beim Festival einbringen. was ist das Konzept — Deutschland-/europapremieren …? Mehr neue gruppen, oder mehr gute gruppen, oder …? Bestimmte Repertoireinhalte sollten alljährlich abgedeckt werden: Geistliche, weltliche, vokale, instrumentale, Musik aus den verschiedenen Epochen von Mittelalter bis Klassik, ja ab und zu auch Romantik. Dabei spielt die Qualität der Ensembles schon eine herausragende Rolle. Auf jeden Fall kein Themenfestival! Dadurch, dass wir viele Ensembles zu einem sehr frühen Zeitpunkt ihrer Karriere einladen, ergaben sich viele Deutschland- und Europapremieren. Inzwischen sind es zur Hälfte neue Gruppen, zur Hälfte bereits etablierte. Bestimmte Ensembles wurden auch öfters eingeladen, freilich mit wechselndem Repertoire, z.B. Akademie für Alte Musik Berlin, Piffaro, Bach Ensemble New York, Rifkin, Anima Eterna Brügge, La Venexiana, Hathor Consort, Zefiro, Solomon’s Knot… was sind die größten schwierigkeiten, mit denen Ihr euch konfrontiert seht — früher und aktuell? Es ist tatsächlich auch bei uns der Bürokratismus: steuerliche Fragen, Zuschussanträge, Konzertortregelungen, aber immer noch Finanzierungsfragen. wie hat sich die finanzierung über die Jahre entwickelt? Am Anfang hatten wir keinerlei finanzielle Unterstützung. Im Laufe der Zeit kam dann vor allem die finanzielle Unterstützung der Tage Alter Musik Regensburg 2025 81 Tage Alter Musik zum 40. Mal STIMMEN ZUM FESTIVAL TAGE ALTER MUSIK 2025 Thank you so so much for inviting me and Liz (Kenny) to do our recital at the Tage Alter Musik in Regensburg. It was a huge honour and we enjoyed ourselves greatly, as always at this wonderful festival. Staying on for Solomon’s Knot was also wonderful, if a little exhausting (!) but we really had the best week and are very grateful to you for all your precise organisation and warm welcome. Zoë Brookshaw, Solomon’s Knot

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