nachhaltig begeistert: „Als ich erstmals die Musik dieses Komponisten hörte, war ich sofort begeistert. Eine hochentwickelte, eigenständige musikalische Sprache mit ausgeprägt österreichischem Kolorit. Angst, Verzweiflung, Liebe, Gottesfurcht, Zärtlichkeit, Ausgelassenheit traten mir in komprimierter Form entgegen und trafen meine Seele in einer nicht allzu oft verspürten Intensität.“ Und ja, die Aufschnaiter-Messe beeindruckt schon mit ihren wuchtigen Klangblöcken und süßen Harmonien. Als Gesamtkonstrukt erscheint sie allerdings dann doch, zumindest beim ersten Hören, etwas konfus im Ganzen. Insofern mag die euphorische Titulierung „katholischer Bach“ (Gunar Letzbor) etwas übertrieben erscheinen. Die danach dargebotenen Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber, besonders die überwältigende 32-stimmige (!) Vesper von 1674, konnte - rein musikalisch - doch ein bisschen mehr überzeugen. Ein Extra-Lob gilt auf jeden Fall den St. Florianer-Sängerknaben, denen in jeder Sekunde die Freude und Motivation an ihrem Tun anzumerken war, unter anderem auch in beeindruckenden solistischen Partien! Der Applaus wollte nicht enden … so sind sie halt, die TAM in Regensburg. Aber wie lange noch? Um zum Anfang zurückzukehren, zum Eröffnungsabend, als sich alle im Lob ergingen und Veranstalter Ludwig Hartmann zunächst imDank. Aber dann wurde er ernst: „Wir veranstalten nun dieses Festival heuer zum 40. Mal. Und in den letzten Wochen wurde uns sehr oft die Frage gestellt, was passiert eigentlich, wenn Ihr das mal nicht mehr machen könnt?“ Eine berechtigte Frage, denn Hartmann (*1957) und sein Mitstreiter Schmid (*1954) haben sich dem 70. Lebensjahr schon durchaus angenähert, beziehungsweise es bereits überschritten. Und bisher veranstalten sie mit einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GdbR) das weltweit umjubelte Festival und zwar ehrenamtlich. Das heißt, die Beiden bekommen nichts für ihr schönes Hobby und müssen für alles haften. Eigentlich ein untragbarer Zustand. Insofern bittet Hartmann gegen Ende seiner Rede höflich, aber deutlich darum, dass seine TAM doch langsam mal „zur zukunftssicheren Aufstellung in einen passenden, institutionalisierten und professionellen Rahmen eingebettet werden müssen“. So etwas sei bei Festivals dieser Größenordnung „Standard“. Im „Optimalfall“, so Hartmann, „denken wir an eine freundliche Übernahme durch die Stadt Regensburg, basierend auf unserem Knowhow. Wenn es daher eine Sache gäbe, die wir uns zum Jubiläum wünschen dürften, dann wäre es, dass wir gerne mit der Stadt in einen tiefeTage Alter Musik Regensburg 2025 65 Überragende Gesangsleistung mit Barbara Strozzi: Dorothee Mields und Hana Blažíková in der Schottenkirche St. Jakob in Regensburg am 6. Juni 2025 Ein katholischer Bach? Gunar Letzbor (sitzend), Ars Antiqua Austria und die St. Florianer Sängerknaben mit Werken von Benedict Anton Aufschnaiter und Heinrich Ignaz Franz Biber am 8. Juni 2025 in der Regensburger Dreieinigkeitskirche STIMMEN ZUM FESTIVAL TAGE ALTER MUSIK 2025 An exciting anniversary weekend. I was so happy with the overall quality and variety of the concerts and amazed at the crowds; so large and the most enthusiastic. Paul Shipper, Musiker
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