das Programmmit Tongemälden zu alten lateinischen Texten, die wie die ausufernden Malereien in katholischen Barockkirchen das Heilsgeschehen erlebbar machten. Tongemälde wehen weg Das Abschlusskonzert Nummer 16 setzte dann nochmal eins drauf, eine Messe mit 40 (!) Stimmen von Alessandro Striggio, für Florenz komponiert. Dirigent Hervé Niquet steht inmitten seines Ensembles Le Concert Spirituel, das aufgeteilt ist in fünf Chöre zu acht Stimmen, auch mit Posaunen, Dulzianen und Tasteninstrumenten. Immer wieder lässt er die Musik aufbrausen und verebben, mit ungeheurer Wirkung im riesigen Kirchenschiff der wiedereröffneten Dominikanerkirche. Diese Kirche war auch der Rahmen für das Nachtkonzert des Tenebrae Choir, das mit 14 Sängern Palestrina aufführte, seine Missa Viri Galilaei. Natürlich ist die Klanggestalt hier eine ganz andere als bei den Domspatzen im Dom, konzise und hochdifferenziert kommt die Musik daher und weht einen weg, musikalisch und emotional. Aber bei diesem Festival muss man nicht vergleichen, sondern sich daran freuen, dass so unendlich viele Aspekte Alter Musik dargestellt werden, immer wieder anders, immer wieder aufregend, von vielen Seiten her durchleuchtet, wissenschaftlich fundiert interpretiert. Die Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg bescherte auch ein wissenschaftliches Symposion zu Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594), die Connection zur Kirchenmusikhochschule einen Kurstag für Barockvioline. Tage Alter Musik Regensburg 2025 55 Le Concert Spirituel in St. Blasius: Extravaganzen in der Renaissance und im Barock Italiens Höfischer Prunk in geistlichen Werken – Splendor Austriae, Ars Antiqua Austria STIMMEN ZUM FESTIVAL TAGE ALTER MUSIK 2025 Über die TAGE ALTER MUSIK zu schreiben ist immer ein Fest, obwohl ich hier meinen eigenen Ansprüchen selbst nie genüge, weil das Festival turmhoch über allen anderen Events der Stadt steht. Peter Lang, Kulturjournal Regensburg
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