Tage Alter Musik Regensburg 2025 54 REGENSBURG – Die Tage Alter Musik in Regensburg haben ihr 40-jähriges Bestehen am Pfingstwochenende gefeiert. 16 ausverkaufte Konzerte der Spitzenklasse in verschiedenen historischen Spielstätten gab es zu hören, mit unterschiedlichsten Programmen: Musik von Mittelalter bis Klassik, mal nur Gesang, mal Gesang mit Instrumenten, dann wieder nur Instrumente, große und kleine Klangkörper. Ein Drittel der Konzerte stellte geistliche Musik ins Zentrum. Das Eröffnungskonzert gehört seit 2007 immer den Regensburger Domspatzen. Ihnen zur Seite standen dieses Jahr die Renaissance-Bläser von La Cetra Basel, die auch Instrumentalsätze zum Programm beisteuerten. Im großen Programmbuch zu den Konzerten ist ein Stich abgebildet von der Diözesansynode 1650 imRegensburger Dom. In den Triforien und Galerien im Chorraum sind Musiker dargestellt mit Trompeten und Posaunen, mit Harfen und Zupfinstrumenten, ein Hinweis auf eine mehrchörige Aufführungspraxis mit Instrumenten zu dieser Zeit, wie man sie aus San Marco in Venedig kennt. Hans Leo Hasslers 1599 in Nürnberg gedruckte Messe zu acht Stimmen setzt auf diese Doppelchörigkeit, zwei Chöre mit je vier Stimmen stehen sich gegenüber, wechseln sich ab. Domkapellmeister Christian Heiß, die Domspatzen und die hervorragenden Posaunen und Zinken von La Cetra sorgten hier für festliche Klangpracht, die sich wunderbar in den Kirchenraum einfügte. Musik von Monteverdi und Palestrina aus dem Domspatzen-Repertoire komplettierte das Bild einer kulturellen Blütezeit europäischer Kirchenmusik. Das innovative Team der Tage Alter Musik, Ludwig Hartmann, Stephan Schmid und Paul Holzgartner, macht neben Auswahl und Organisation der Konzerte überaus kluge Gesamtkonzepte. 2025 widmeten sich drei der geistlichen Konzerte der Mehrchörigkeit. Das österreichische Ensemble Ars Antiqua Austria unter Gunar Letzbor orientierte sich an der Mehrchörigkeit, wie man sie in Salzburg nach italienischer Manier praktizierte. Bereits im romanischen Dom gab es die Tradition antiphonaler Musik, mit dem barocken Neubau 1628 hatte man an den Vierungspfeilern gleich vier Emporen mit eigenen Orgeln, auf denen auch Musiker und Sänger Platz fanden. Heinrich Ignaz Franz Biber, Kapellmeister und Geiger am fürsterzbischöflichen Hof, Vertreter des süddeutschen Frühbarock komponierte 1674 eine Vesper zu 32 Stimmen, wohl zum Fest Mariä Himmelfahrt. 30 Musiker und Solisten, dazu die Sankt Florianer Sängerknaben, hatte man auf verschiedenen Ebenen im Chor der Dreieinigkeitskirche auf Podesten untergebracht, um die Räumlichkeit dieser Musik erfahrbar zu machen. Hochvirtuos sind die Stimmen geführt, verziert, verzahnt, überstrahlt von Pauken und Trompeten, die die Glanzlichter aufsetzten. Eine Psalmvertonung Laetatus sum von Biber setzt auf tiefe Stimmen, ein Violen-Ensemble und zwei Bass-Solisten, dazwischen brilliert eine hochvirtuos geführte Solovioline, gespielt vom Leiter des Ensembles. Musik von Bendedikt Anton Aufschnaiter, 40 Jahre am Passauer fürstbischöflichen Hof beschäftigt, ergänzte Historische Kirchenmusik von Welt Konzerte bei den „Tagen Alter Musik“ ausverkauft / Das Festival feierte 40 Jahre Autorin: Claudia Böckel // 21./22.Juni 2025 Lokale Stärke von internationalem Rang: das Eröffnungskonzert der Domspatzen
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