Tage Alter Musik – Almanach 2025

Tage Alter Musik Regensburg 2025 42 Heinrich Ignaz Franz Biber war über die Jahre immer wieder präsent bei den Tagen Alter Musik, etwa mit einem Symposion und drei Konzerten mit den Rosenkranzsonaten. Diese Saison hat man sehr groß besetzte Werke von ihm gehört mit Ars Antiqua Austria – und nun auch feinste Kammermusik in Triosonatenbesetzung mit Newton Baroque aus den USA im Reichssaal: vier Partien aus der Sammlung Harmonia artificiosaariosa von 1696. Biber hat hier, wie fast 20 Jahre früher in den Rosenkranzsonaten, von der Scordatur Gebrauch gemacht, die Saiten der Violinen verstimmt. Biber reagierte damit möglicherweise auf Pachelbels Musikalische Ergötzung von 1691. Die unterschiedlich gestimmten Saiten verleihen jedem Stück seine eigene Klangfärbung. Das Adverb artificiosa bezieht sich darauf, aber auch auf das „Künstliche“ in der Kontrapunktik, die Vielfalt von Zierpassagen und Doppelgriffen. Die instrumentale Virtuosität entfaltet sich besonders in den improvisatorisch anmutenden Eröffnungs- und Schlusssätzen, aber auch in den Ciaconnen. Für ein Präludium mit besonders wilden Arpeggien im Fortissimo gab es sogar Zwischenapplaus. Hochvirtuos ging es da zu. Das Wort „ariosa“ im Titel bezieht sich auf die vielen Sätze mit dem Titel Aria: drei davon waren im Programm zu hören, Tanzstücke mit geschlossenem Bassmodell und reichen Variationen, sehr fein ausdifferenziert in sanften Tönen, durchsichtig, mit ganz unterschiedlichen Affekten versehen. Virtuos, wild und verrückt ging es bei zwei Konzerten zu Feinste Kammermusik mit dem Ensemble Newton Baroque, später überbordende portugiesische Tänze mit Zefiro: Das sind Festival-Eindrücke vom Pfingstmontag Autorin: Claudia Böckel // 11. Juni 2025 Das Ensemble Newton Baroque aus den USA führte im Regensburger Reichssaal hochvirtuose Musik von Heinrich Ignaz Biber auf

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