Zum 40. Mal Tage Alter Musik in Regensburg. Das ist allemal ein Grund zum Feiern, und die Veranstalter von PRO MUSICA ANTIQUA – Stephan Schmid und Ludwig Hartmann mit ihrem großen, engagierten Team – taten dies zu Pfingsten mit einem ambitionierten Programm. Längst ist das renommierte Festival in Sachen Publikumszuspruch ein Selbstläufer. Die sechzehn Konzerte mit Musik vomMittelalter bis zur Klassik sind meist schon Monate im Voraus ausverkauft. Für mich war es der 35. Besuch bei den Tagen Alter Musik. Elf Konzerte standen auf meiner Agenda. Mit Giovanni Pierluigi da Palestrina, dessen 500. Geburtstag in diesem Jahr gedacht wird, gab es einen weiteren Jubilar zu feiern. Das taten zum Festivalauftakt die Regensburger Domspatzen zusammen mit dem Bläserensemble La Cetra aus der Schweiz. Unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß sangen sie vier- bis achtstimmige Motetten von Palestrina, Giovanni Gabrieli und Claudio Monteverdi. Die verbindende Klammer bildete die doppelchörige Missa octo vocum von Hans Leo Hassler. Damit war der Fokus bereits im Eröffnungskonzert auf die großbesetzte mehrchörige Kirchenmusik der späten Renaissance und des Frühbarock gerichtet, die auch an den weiteren Tagen im Zentrum stand. Die enormen Ausmaße des gotischen Regensburger Doms mit seiner halligen Akustik ließen nur wenig Transparenz zwischen den Stimmen zu. Dessen ungeachtet überzeugten die Domspatzen einmal mehr mit wunderbaren Stimmen und machten das Konzert zu einem vorzüglichen sinnlichen Erlebnis. La Cetra begleitete auf Zinken, Posaunen, Violone und Orgel und setzte mit Musik von Marini und Merula einige rein instrumentale Akzente. Weiter ging es in der Schottenkirche. Dorothee Mields und Hana Blažíková gehören seit vielen Jahren zu den führenden Sopranistinnen der historischen Aufführungspraxis. Im ersten Nachtkonzert zeichneten sie zusammen mit demHathor Consort ein musikalisches Porträt der Komponistin und Gesangsvirtuosin Barbara Strozzi. Mields und Blažíková nahmen sich der wunderbaren Musik der Strozzi mit Hingabe an. Blažíková mit etwas schärferem, markantem Sopran, Mields lyrisch, quasi schwerelos singend, vereinten sie ihre Stimmen in den Duetten zu einer harmonischen Einheit. Erinnerungen wurden unwillkürlich wach an Emma Kirkby und Evelyn Tubb mit dem legendären Consort of Musicke. Das war begeisterndes darstellerisches Singen auf höchstemNiveau. Den beiden Sängerinnen zur Seite stand das Hathor Consort mit Violine, Nyckelharpa und einer umfangreichen Continuo-Gruppe, bestehend aus Arciliuto, Theorbe, Barockgitarre, zwei Harfen, Salterio und Orgel. Die Gambistin und Tage Alter Musik Regensburg 2025 26 www.gelsenkirchen-barock.de Ein Festival lässt sich feiern Die 40. Tage Alter Musik in Regensburg // 6. bis 9. Juni 2025 // Autor: Ingo Negwer Die Regensburger Domspatzen und La Cetra Basel im Regensburger Dom St. Peter
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