Tage Alter Musik – Almanach 2024

sie italienischen Madrigalen von Philippe Verdelot, Cipriano de Rore und Maddalena Casulana gegenüber. Dabei ließen die vorzüglichen Einzelstimmen mit einer exzellenten Ensemblekultur keine Wünsche offen und ernteten nach Philippe de Montes „Super Flumina Babylonis“ und William Byrds „Quomodo Cantabimus“ – jeweils achtstimmig – den verdienten Applaus. AmNachmittag gab es einWiedersehen mit dem Geiger Théotime Langlois de Swarte, der sich in der Basilika Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle mit seinem Ensemble Le Consort einfand. Mit ansteckender Spielfreude und atemberaubender Virtuosität zogen Langlois de Swarte, Sophie de Bardonnèche (Violinen), Hanna Salzenstein (Violoncello) und Justin Taylor (Cembalo) das Publikum vom ersten Ton an in ihren Bann. Vivaldis Sonate g-Moll RV 73 wurde kurzerhand auswendig vorgetragen. Ein Largo aus der Sonate für Cello und Basso continuo eMoll RV 40 schloss sich an. Ohne Unterbrechung leiteten die zwei Geiger, aus dem Kirchenschiff kommend, improvisierend zu Giovanni Battista Realis Sinfonia IV über. Weitere Auszüge aus Realis Opus 1 und Marco Uccelinis berühmte Aria sopra „La Bergamasca“ folgten, ehe mit Realis Sinfonia XII über La Follia ein neuer Höhepunkt erreicht war. Neben den Interpreten war insbesondere Giovanni Battista Reali die Entdeckung des Konzerts. Kaum etwas ist über den Zeitgenossen Vivaldis bekannt, der 1709 in Venedig zwölf Triosonaten als sein Opus 1 veröffentlichte. Drei Jahre später erschien noch eine Sammlung mit Violinsonaten. Von Reali möchte man gerne mehr hören, insbesondere so wunderbar interpretiert wie von Le Consort. Théotime Langlois de Swarte und seine Mitstreiter begnügen sich nicht mit durchaus staunenswerter Virtuosität. Die jungen Musikerinnen und Musiker überzeugten vor allem durch ein facettenreiches Zusammenspiel und ließen so die reichlichen lyrischen Momente zu ihrem Recht kommen. Nach der abschließenden Sonata d-Moll „La Follia“ von Antonio Vivaldi – wiederum auswendig gespielt – wurde das sympathisch auftretende Ensemble mit langanhaltenden, stürmischen Ovationen gefeiert. Die Kölner Akademie unter der Leitung von Michael Alexander Willens eröffnete das Abendkonzert mit der Ouvertüre zu „Die Geschöpfe des Prometheus“ von Ludwig van Beethoven. Im Folgenden standen Beethovens Klavierkonzerte Nr. 3 c-Moll und Nr. 4 G-Dur auf dem Programm. Neben einem bestens disponierten Orchester, das die wohlbekannte Musik mit großer Farbigkeit und reichen Kontrasten aus ungewohnten Perspektiven beleuchtete, weckte mit ToTage Alter Musik Regensburg 2024 28 Le Consort begeistert in der Alten Kapelle: Théotime Langlois de Swarte, Sophie de Bardonnèche und Hanna Salzenstein (v.l.n.r.), im Hintergrund am Cembalo: Justin Taylor Das Fieri Consort im Reichssaal

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